
Liebe Fastende, die Fastenzeit ist für mich jedes Jahr ein Moment der inneren Klarheit – eine sanfte Einladung, den Stoffwechsel zu entlasten und neue Balance zu finden. Nach den reichen Genusswochen des Winters sehnt sich der Körper oft nach Achtsamkeit: weniger Ballast, mehr Regeneration.
Fasten ist kein strenger Verzicht, sondern bewusste Unterstützung. Ein Blick auf wichtige Laborwerte hilft, individuelle Prozesse zu verstehen und den Körper optimal zu begleiten – ohne Überforderung.
Welche Werte jetzt wichtig sind – und warum
Leberwerte (GPT, GOT, γ-GT)
Die Leber ist unser zentrales Entgiftungs- und Umwandlungsorgan. In der Fastenzeit mobilisiert sie Fettreserven und baut Schadstoffe ab. Leicht erhöhte Werte deuten oft auf erhöhte Aktivität hin – ein Signal, den Prozess achtsam zu beobachten.
Optimale Laborwerte Erwachsene (können je nach Labor leicht variieren)
- ALT (GPT): ideal < 30 U/L
- AST (GOT): ideal < 30 U/L
- GGT: ideal < 40 U/L (Frauen oft < 30)
- AP (Alkalische Phosphatase): ca. 40–120 U/L
- Bilirubin gesamt: 0,3–1,0 mg/dL
Als Hämatologe schaue ich nicht nur auf „normal“, sondern ob die Werte im unteren Normbereich liegen — das spricht meist für geringere Leberbelastung.
Harnsäure
Erhöhte Harnsäure (Hyperurikämie) entsteht durch purinreiche Ernährung (Fleisch, Alkohol, Fruchtzucker), Nierenprobleme oder Fasten (kurzfristiger Anstieg). Sie fördert Insulinresistenz (Müdigkeit, Heißhunger, Bauchfett), Gicht, Diabetesrisiko und Herzbelastung.. Eine Kontrolle schützt Gelenke und Stoffwechsel vor langfristigen Belastungen.
Optimale Laborwerte Erwachsene
- Männer: ca. 3,5–6,0 mg/dL
- Frauen: ca. 2,5–5,5 mg/dL
- Präventiv optimal eher unter 5,5 mg/dL
Schon Werte im oberen Normbereich erhöhen langfristig das Risiko für Gicht und metabolische Probleme.
Blutzucker (Nüchtern-Glukose) & HbA1c
Der Blutzuckerspiegel zeigt, wie gleichmäßig dein Körper Energie liefert – Schwankungen lösen oft Heißhunger oder Müdigkeit aus. Gerade beim Fasten ist eine Kontrolle besonders wichtig, da sie die Insulinempfindlichkeit steigert und Diabetesrisiken früh aufdeckt. Der HbA1c-Wert gibt zudem einen Langzeitblick (letzte 2–3 Monate) und misst, ob Fasten den Stoffwechsel nachhaltig optimiert.
Optimale Laborwerte Erwachsene
Nüchtern-Glukose: Optimal: 80–90 mg/dL
HbA1c: Optimal metabolisch: 4,8–5,3 %
Hämatologisch wichtig: Anämien oder Eisenmangel können HbA1c verfälschen.
Cholesterin (LDL, HDL, Triglyceride)
Die Kontrolle von LDL (schlechtes Cholesterin), HDL (gutes Cholesterin) und Triglyceriden ist beim Fasten essenziell: Jeder Wert zeigt unterschiedliche Fettstoffwechsel-Aspekte.
LDL lagert sich in Gefäßen ab (Plaques); HDL räumt es weg (Schutz); Triglyceride messen Kohlenhydrat-/Fettbelastung. Fasten senkt Triglyceride schnell, optimiert LDL/HDL langfristig – zusammen ergibt sich das Herzrisiko. Werte machen Erfolge sichtbar und warnen früh.
Optimale Laborwerte Erwachsene
Gesamtcholesterin: Optimal: 150–180 mg/dL
HDL („gutes“ Cholesterin)
- Männer: > 40 mg/dL
- Frauen: > 50 mg/dL
- Präventiv optimal: 60–80 mg/dL
LDL („atherogenes“ Cholesterin)
Das hängt vom Risiko ab:
- Niedriges Risiko: < 115 mg/dL
- Moderates Risiko: < 100 mg/dL
- Optimal präventiv: 70–90 mg/dL
- Hochrisiko (Herz-Kreislauf): < 55 mg/dL
Triglyceride: Optimal: < 100 mg/dL
Mikronährstoffe – sanfte Begleiter für deinen Neustart
Dein Körper im Fastenmodus braucht Unterstützung durch gezielte Mikronährstoffe – leise Helfer für Energie und Schutz:
B-Vitamine tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur normalen Funktion des Nervensystems bei – besonders wichtig, wenn Stress und wenig Schlaf den Körper fordern..
Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei und hilft, Müdigkeit und Ermüdung zu verringern.
Vitamin D, C, Zink und Vitamin A stärken Immunsystem und Zellschutz.
Quercetin ist ein pflanzlicher sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Flavonoide. Er ist für seine antioxidativen Eigenschaften bekannt und wird häufig in Phasen erhöhter Belastung eingesetzt, um die zelluläre Balance zu unterstützen..
Diese Basis hält den Stoffwechsel harmonisch, ohne zu überfordern.
Fazit: Achtsam messen, statt blind verzichten
Fasten wird zum echten Neustart, wenn du deine Werte kennst: Harnsäure und Blutzucker (inkl. HbA1c) zeigen Risiken wie Diabetes früh auf und laden zu gezielter Fürsorge ein. So entsteht Klarheit – für bewusste Entscheidungen in Ernährung, Bewegung und Regeneration.















